Jabberwocky

...gar elump war der Pluckerwank...


Der Zipferlake

   (Christian Enzensberger)

   Verdaustig war's, und glaße Wieben
   rotterten gorkicht im Gemank.
   Gar elump war der Pluckerwank,
   und die gabben Schweisel frieben.

   »Hab acht vorm Zipferlak, mein Kind!
   Sein Maul ist beiß, sein Griff ist bohr.
   Vorm Fliegelflagel sieh dich vor,
   dem mampfen Schnatterrind.«

   Er zückt' sein scharfgebifftes Schwert,
   den Feind zu futzen ohne Saum,
   und lehnt' sich an den Dudelbaum
   und stand da lang in sich gekehrt.

   In sich gekeimt, so stand er hier,
   da kam verschnoff der Zipferlak
   mit Flammenlefze angewackt
   und gurgt' in seiner Gier.

   Mit Eins! und Zwei! und bis auf's Bein!
   Die biffe Klinge ritscheropf!
   Trennt' er vom Hals den toten Kopf,
   und wichernd sprengt' er heim.

   »Vom Zipferlak hast uns befreit?
   Komm an mein Herz, aromer Sohn!
   Oh, blumer Tag! Oh, schlusse Fron!«
   So kröpfte er vor Freud'.

   Verdaustig war's, und glaße Wieben
   rotterten gorkicht im Gemank.
   Gar elump war der Pluckerwank,
   und die gabben Schweisel frieben.



Jabberwocki

(Werner Bloch , 1948)

's war röstlich und geschleidig buhr
Und schwimbelt im Chennach der Dunt
Ganz schwalend pfoff der Nebelkur
Das Modigal schuf blunt.

Hüt Dich vorm Jabberwock, mein Sohn,
Des Rachen beißend Feuer speit
Auch vor dem Vogel Jubikon
Und flieh den Bandereit.

Den Horlafeind, den sucht er kaum
Sein balmig Schwert in der Hand
So lehnt er sich an den Tumtumbaum
An dem er besinnlich stand.

Und wie im Unvermut er steht,
Kommt Jabberwock durch den Wald
Ein teulig Feuer die Luft durchweht
Und laut sein Schrullen schallt.

Eins zwei, eins zwei und durch und durch
Das balmig Schwert zack-zück
Tot lag der Druch,
und mit dem Kopf Gluppierte er zurück.

Und hast du erschlagen den jabberwock
Komm an mein Herz, mein helmig Sohn.
Oh frunzlich Tag! Challi, challo!
Vor Freude banzt er gron.

's war röstlich und geschleidig buhr
Und schwimbelt im Chennach der Dunt
Ganz schwalend pfoff der Nebelkur
Das Modigal schuf blunt.



Der Jammerwoch

(Robert Scott)

Es brillig war. Die schlichte Toven
Wirrten und wimmelten in Waben;
Und aller-mümsige Burggoven
Die mohmen Räth' ausgraben.

»Bewahre doch vor Jammerwoch!
Die Zähne knirschen, Krallen kratzen!
Bewahr' vor Jubjub-Vogel, vor
Frumiösen Banderschntzchen!«

Er griff sein vorpals Schwertchen zu,
Er suchte lang das manchsan' Ding;
Dann, stehend unterm Tumtum Baum,
Er an-zu-denken-fing.

Als stand er tief in Andacht auf,
Des Jammerwochen's Augen-feuer
Durch tulgen Wald mit Wiffek kam
Ein burbelnd Ungeheuer!

Eins, Zwei! Eins, Zwei! Und durch und durch
Sein vorpals Schwert zerschnifer-schnück,
Da blieb es todt! Er, Kopf in Hand,
Geläumfig zog zurück.

»Und schlugst Du ja den Jammerwoch?
Umarme mich, mien Böhm'sches Kind!
O Freuden-Tag! O Halloo-Schlag!«
Er schortelt froh-gesinnt.

Es brillig war. Die schlichte Toven
Wirrten und wimmelten in Waben;
Und aller-mümsige Burggoven
Die mohmen Räth' ausgraben.



Vom Plapperloch

(O. Werdau und G. von Kleist)

Zwielichtig war's.
Verschleimte Plapper
wirrten und wimmelten in Waben.
Und die viel sabbernden Schwabber,
die taten Schwatz ausgraben.

Hab acht vorm Plapperloch, mein Sohn,
und vor ergreifenden Krallen.
Hab acht vorm Vogel Fluderlohn,
vor Wanzen und Wawallen.

Wollt' zieh'n sein scharfgeschwibbtes Schwert,
lang suchte er das Ding.
Dann aber unterm Tam-Tam-Trerd,
er an-zu-denken-fing.
So stand er einsam krumm und kalt.
Da traf ihn Augen-Feuer.
Es trapst ein Warbel durch den Wald,
ein babbelnd, burbelnd Ungeheuer.

Eins, zwei, eins, zwei, ganz durch und durch
ging's vorgeschwibbte Schwert, welch Glück!
Da blieb er tot, der Warbel-Murch,
der Sohn mit Unholdskopf zurück.
Du hast den Unhold kaltgemacht
umärmle mich, mein Sohn!
Oh, welch ein Tag, welch eine Nacht!
Tschibum, tandrei, sibon.

Zwielichtig war's.
Verschleimte Plapper
wirrten und wimmelten in Waben.
Und die viel sabbernden Schwabber,
die taten Schwatz ausgraben.



Schepperwocki

(Dieter H. Stündel)

'S war brollig
und schleimdig
Teufs rumbten und korkten in Genäuern,
ganz jämmsig war'n die Bürogeufs;
und die meimen Raffels gräuern.

Hüt' dich vorm Schepperwock, mein Sohn!
Des Kiefers Biß, der Klaue Fang!
Hüt dich vor Jubjubvogels Hohn
und auch vorm wilden Bänderang!

Er nahm sein knuchig Schwert zur Hand,
zu fetzen so den fühsen Feind -
zur Rast am Tumtumbaum er stand
und tief sich in Gedanken meint.

Und wie er so in Stühle stand,
der Schepperwock kam angetraubt,
ein äugelblitzend Gurgelfand
kam kreuschend so herangestaubt!

Und eins und zwei und durch und drauf,
die knuchig Klinge hickehackt!
Sie fetzte ihm den Gierhals auf,
daß er sich schnell von hinnen packt.

Du freihtest uns vom Schepperwock?
In meine Arme, Strahlemann!
Oh schwerer Tag, kalieh kalock!
So pfiff ihn drauf die Freude an.

'S war brollig und schleimdig
Teufs rumbten und korkten in Genäuern
, ganz jämmsig war'n die Bürogeufs;
und die meimen Raffels gräuern.



Legende vom Schebberroch

(Günther Flemming)

"'s war britzlich,
und der schlinke Totz
Zerschirrt' und drilberte 's Geweech;
Ganz jimmrig war's dem Borgoglotz,
Und die traute Schratte schreech.

Hüt Dich, mein Sohn, vorm Schebberroch,
Des Maules Biß, der Klauen Krall!
Nah weder m Sabbsabb-Vogel
noch Wutschnaufgem Geißelprall!'

Er nahm's vorpale Schwert zur Hand:
Nach dem kattmanen Feind er spürt' -
Als unterm Tamtam-Baum er stand
Und Selbstgespräche führt',
In zwidrer Stimmung, da kam bald
Der Schebberroch mit Flammenblick
Laut jiffelnd durch den tulgen Wald:
Senkt burbelnd das Genick!

Eins, zwo! Eins, zwo! Und so! Und so!
Die Klinge führt er schnacke-schnick!
Schlug ab den Kopf, ergriff den Schopf,
Und galumphiert' zurück.

Erschlugst den Schebberroch?
Dann ach: Strahlischer Knab' an meine Brust!
Fantabler Tag! Ich juch! Ich jauch!'
Gluckst der in seiner Lust.

's war britzlich, und der schlinke Totz
Zerschirrt' und drilberte s Geweech;
Ganz jimmrig war's dem Borgoglotz,
Und die traute Schratte schreech."

 

Schepperwocki

(Dieter H. Stündel)


'S war brollig und schleimdig
Teufs rumbten und korkten in Genäuern,
ganz jämmsig war'n die Bürogeufs;
und die meimen Raffels gräuern.

Hüt' dich vorm Schepperwock, mein Sohn!
Des Kiefers Biß, der Klaue Fang!
Hüt dich vor Jubjubvogels Hohn
und auch vorm wilden Bänderang!

Er nahm sein knuchig Schwert zur Hand,
zu fetzen so den fühsen Feind -
zur Rast am Tumtumbaum er stand
und tief sich in Gedanken meint.

Und wie er so in Stühle stand,
der Schepperwock kam angetraubt,
ein äugelblitzend Gurgelfand
kam kreuschend so herangestaubt!

Und eins und zwei und durch und drauf,
die knuchig Klinge hickehackt!
Sie fetzte ihm den Gierhals auf,
daß er sich schnell von hinnen packt.

Du freihtest uns vom Schepperwock?
In meine Arme, Strahlemann!
Oh schwerer Tag, kalieh kalock!
So pfiff ihn drauf die Freude an.

 

'S war brollig und schleimdig
Teufs rumbten und korkten in Genäuern
, ganz jämmsig war'n die Bürogeufs;
und die meimen Raffels gräuern.

 


Der Schlabberwork

(Barbara Teutsch)

SWar schummricht,
und die Wolper kreisen
gar bohrlich morgelnd Wurzelmoos;
Die Parmazieben mümfen Quengelweisen,
Und Gründelschnuffen scheuchen bloß.

'Hüt Dich vorm Schlabberwork, mein Kind,
Es reißt sein Zahn, es kratzt sein Klau!
Hüt Dich vorm Vogel Jüberjüp und flieh geschwind
Vorm Banderschnatz so schraurigschlau.'

Sein Balmungschwert nahm er zur Hand,
Folgt mählich Weil dem Unhold kühn,
Bis unterm Bongbaum süße Rast er fand,
Und träumend war sein Sinn.

Wie er in hehrem Traum so stand und sann,
Der Schlabberwork mit Aug wie Feuersglut
Naht brimseln aus dem tulgen Tann
Und schnorgelt seine Wut! Eins, Zwei! Eins, Zwei!
Durch Horn und Bein
Der Balmung scharf in Hieb und Stich gradaus
Trifft tief ins Schlabberherz hinein!-

Das Haupt am Knauf er trirumtrabt nach Haus.
'Ist hin der Schlabberwork? Sags hurtig an!
Komm an die Vaterbrust, mein trutzger Sohn-
Oh, gloriglicher Tag! Halli! Halan!
Die Freudenzähr ihm ronn.

SWar schummricht,
und die Wolper kreisen
gar bohrlich morgelnd Wurzelmoos;
Die Parmazieben mümpfen Quengelweisen,
Und Gründelschnuffen scheuchen bloß.


Legende vom Schebberroch


(Günther Flemming)

"'s war britzlich, und der schlinke Totz
Zerschirrt' und drilberte 's Geweech;
Ganz jimmrig war's dem Borgoglotz,
Und die traute Schratte schreech.
Hüt Dich, mein Sohn, vorm Schebberroch,
Des Maules Biß, der Klauen Krall!
Nah weder öm Sabbsabb-Vogel
noch Wutschnaufgem Geißelprall!'
Er nahm's vorpale Schwert zur Hand:
Nach dem kattmanen Feind er spürt' -
Als unterm Tamtam-Baum er stand
Und Selbstgespräche führt',
In zwidrer Stimmung,
da kam bald Der Schebberroch mit Flammenblick
Laut jiffelnd durch den tulgen Wald:
Senkt burbelnd das Genick!
Eins, zwo! Eins, zwo! Und so! Und so!
Die Klinge führt er schnacke-schnick!
Schlug ab den Kopf, ergriff den Schopf,
Und galumphiert' zurück.
Erschlugst den Schebberroch?
Dann ach: Strahlischer Knab' an meine Brust!
Fantabler Tag! Ich juch! Ich jauch!'
Gluckst der in seiner
Lust. 's war britzlich, und der schlinke Totz
Zerschirrt' und drilberte ös Geweech;
Ganz jimmrig war's dem Borgoglotz,
Und die traute Schratte schreech."


Brabbelback

(Lieselotte & Martin Remane)

Es sunnte Gold, und Molch und Lurch
krawallten 'rum im grünen Kreis,
den Flattrings ging es durch und durch,
sie quiepsten wie die Quiekedeis.

»Nimm dich in acht vorm Brabbelback, mein Sohn!
Er beißt, wenn er dich packt. Reiß aus,
reiß aus vorm Sabbelschnack, vorm Jubjub,
der dich zwickt und zwackt!«

Er aber schwuchtelt mit dem Schwert,
trabaust dem Unhold hinterdrein.
Doch beim Tumtumbaum
macht er kehrt und grübelt:
Wo, wo mag er sein?

Und während er so duselnd stand,
kam feuerfauchend Brabbelback
quer durch den Dusterwald gerannt,
der Brabbelback, der Sabbelschnack!

Komm 'ran, komm 'ran!
Und schwipp und schwapp
haut er das Schwert ihm ins Genick,
der Unhold fiel, sein Kopf war ab,
der Held kam mit dem Kopf zurück.

»Ermurkst hast du den Brabbelback!
Umarmen wird man dich zu Haus!
Callu, callei! Mit Sabbelschnack«
und seinem Tratschen ist es aus!

Es sunnte Gold,
und Molch und Lurch krawallten 'rum
im grünen Kreis,
den Flattrings ging es durch und durch,
sie quiepsten wie die Quiekedeis.

Mit freundlicher Unterstützung von Josua Straß

 

 

Mail:
| ed.ykcowrebbaj @ jabberwocky.de |


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(Behind the looking glass)
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(Lewis Padgett - Gar elump war der Pluckerwank (1980) (D)
Mimsy were the Borogroves (1943) (US) Uebersetzer: Bernd W. Holzrichter 46 S. )


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